Welche Freigrenzen gelten im Bereich der Steuern und Sozialversicherung?

• Prinzipiell besteuert der Staat Leistung und nicht Geld. Es spielt daher keine Rolle, ob Leistungen in Euro, Stunden oder durch Gegenleistungen beglichen werden. Immer wenn eine Leistung oder eine Ware in Euro zu versteuern ist, ist sie auch bei einer Abrechnung über Stunden zu versteuern.
Beispiel Dienstwohnung: Der Arbeitgeber bezahlt diese, und der Wert („geldwerter Vorteil“) muss vom Arbeitnehmer in Euro versteuert werden, obwohl keine Euros fließen.

Jedes Mitglied ist selbst dafür verantwortlich, die erbrachten Leistungen zu versteuern!

• In Österreich gelten 2014 jedoch folgende Zuverdienstgrenzen (siehe www.wko.at oder in www.derdirektvertrieb.at/dt/werte.htm

Angestellte dürfen im Jahr bis zur ESt-Freigrenze 730 € steuerfrei dazuverdienen, also im Jahr bis zu 73 Stunden Nachbarschaftshilfe leisten. Bis zu 1.460 € (146 Stunden) gilt eine Einschleifregel: Es ist das 2-fache des Betrags über 730 € zu versteuern (bei 830,- also 200,-). Es können jedoch Ausgaben (Belege wie Telefon-, Fahrtkosten etc.) geltend gemacht werden.

Arbeitslose und Früh-, Invaliditäts- & Berufsunfähigkeitspensionisten dürfen bis zur Geringfügigkeitsgrenze von 395,31 € pro Monat dazuverdienen (4.642 € bzw. 464 h/Jahr), ohne dass sich die Arbeitslose/Pension verringert. Liegt der Verdienst darüber, reduziert sich die Zahlung entsprechend.

• Bezieher von Ausgleichszulage (Mindestpension) dürfen gar nichts verdienen, da jede Einnahme ihre Ausgleichszulage reduziert! Für diese Mitglieder und Asylanten, die nicht arbeiten dürfen, empfehlen wir folgendes: Sie erhalten alles geschenkt (Zeitscheine vom Gemeinschaftskonto) und müssen alles verschenken bzw. rein ehrenamtlich helfen (Zeitkonto wird gesperrt).

Hausfrauen und Personen, die mit dem/der PartnerIn mitversichert sind, dürfen im Jahr bis zur Höchstbeitragsgrundlage von 5.180 € verdienen (518 Stunden), sonst müssten sie sich bei der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft teuer selbst versichern! Bei Anfrage der SVA benötigt man eine Bestätigung über das Jahreseinkommen (Euro- & Stundeneinnahmen/-ausgaben) und die Mitversicherung bei der GKK.

Studenten und (Alters-)Pensionisten dürfen bis zur Freigrenze von 11.000 € pro Jahr (1.100 Stunden) steuerfrei dazuverdienen. Anteile darüber sind einkommenssteuerpflichtig.

• Für pauschalierte Landwirte ist erbrachte Nachbarschafshilfe steuerlich nicht relevant. Diese Leistungseinnahmen sind abpauschaliert. Zu beachten ist allerdings, dass bei Inanspruchnahme von Leistungen auch in diesem Fall die Sozialversicherungsregeln mit den Meldeverpflichtungen normal gelten.  Bsp.: Anmeldung als „Fallweise Beschäftigte“ bei Ernteeinsatz.

Achtung: Gewerbetreibende und Vereine dürfen sich in ihrem Betrieb/Verein keine Helfer aus der Nachbarschaftshilfe holen ohne sie (geringfügig) anzustellen und zu versichern!

• Tätigkeiten für den Verein sind für Vereinsfunktionäre (Mitglieder von Organisations- und Regionalteams) bis zu 900 € (90 Stunden) pro Jahr nicht versicherungspflichtig und steuerfrei (Funktionärspauschale), zählen nicht als Einkommen und sind bei den Zuverdienstgrenzen nicht mit zu berechnen.

(Beurteilung durch Steuerberater Josef Hauser, 4225 Luftenberg.
Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Beurteilung ausschließlich die Sichtweise des Autors darstellt und keinerlei Garantie dafür ist, dass die Finanzbehörde, Gewerbebehörde oder die Sozialversicherung die gleiche Sichtweise vertreten.)

Nachstehende Informationen wurden vom Verein Wir-Gemeinsam übernommen:

In Deutschland liegt die Grenze bei 2.100 €/Jahr (Übungsleiterpauschale).
Für Vergütungen unter 900,- € pro Verein und Jahr (75,- € pro Verein und Monat) besteht keine Mitteilungspflicht in der Einkommenssteuererklärung.

Nur Gewerbetreibende und Freiberufler müssen diese Vergütungen als Teil ihrer betrieblichen Einkünfte melden. Zugleich können sie ohne Nachweis eine Pauschale bis zur Höhe der Vergütungen und max. 900,- € pro Jahr als Betriebsausgaben oder Werbungskosten absetzen. Wenn die Vergütungen 900,- € pro Jahr übersteigen (z.B. Fahrtkosten), haben gewählte Funktionäre (Vereinsvorstand) diese als „sonstige selbständige Einkünfte“ (§ 22 Z 2 EStG 1988) und nicht gewählte Vereinsmitglieder als „sonstige Einkünfte“ (§ 29 Z 1 oder 3 EStG 1988) zu melden.
Dann kann auch der tatsächliche Aufwand mit Belegen (z.B. Fahrtenbuch) geltend gemacht werden.


KategorieSteuer/Recht

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